Dänisch(es) für alle, Folge 26 – Risikoliste des staatlichen Serum Institut in Dänemark

Das staatliche Serum Institut in Dänemark soll laut dem staatlichen dänischen Rundfunk für die Parlamentsparteien in Dänemark eine Liste als Diskussionsgrundlage für weitere Erleichterungen im Rahmen der Coronabeschränkungen erstellt haben.

Darin werden Orte verschiedenen Infektionsrisiken zugeordnet.

Als Grundlage für weitere Gedanken habe ich das versucht zu übersetzen und einen Auszug der Seite hier aufgeschrieben. Übersetzung mit Hilfe google Translator und eigener Überarbeitung, ohne Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit!

Quelle:
Danmarks Radio Nachrichten Website, abgerufen am 01. Mai 2020, 20:00 Uhr
https://www.dr.dk/nyheder/politik/se-listen-statens-serum-instituts-vurdering-af-det-mindst-og-mest-risikabelt-aabne

„… Geringes Infektionsrisiko:

  • Zoos
  • Bibliotheken
  • Außenbereiche
  • Kunstzentren
  • Private Museen
  • Aquarien

Durchschnittliches Risiko:

  • Kaffeehäuser
  • Restaurants
  • Einkaufszentren
  • Kaufhäuser
  • Arkaden
  • Basare
  • Schwimmbäder
  • Kinos
  • Theater
  • Hochschulen und Einzelfächer
  • Universitäten
  • Berufsakademien Wirtschaftsakademien
  • Künstlerische Hochschulbildung, Musikkonservatorien, Filmschule, Schule für darstellende Künste, Architekturprogramme (obwohl viel körperliche Aktivität wie Singen)
  • Kirchen, Synagogen, Moscheen (obwohl viel körperliche Aktivität)
  • Pfarrhöfe, Gemeindehäuser und andere Räumlichkeiten
  • Spiel
  • Sport im Freien mit körperlicher Distanz
  • Arbeitsplätze, an denen physische Distanz möglich ist (öffentliche und private Arbeitsplätze)

Hohes Risiko:

  • Grundschulen von 6-10. Klasse
  • Jugendclubs
  • Colleges (kleiner als „Efterskole“ = freiwillige 10. Klasse Schulen mit Internat)
  • Bars
  • Wirtshäuser
  • Freizeitangebote für 6-10. Klasse
  • Berufliche Ausbildung
  • Veranstaltungsorte (Musikveranstaltungsorte)
  • Innenzoos
  • Sporthallen (physische Distanzsportarten)
  • Sport im Freien mit körperlichem Kontakt
  • Aktivitäts- und Tagesdienste für sozial gefährdete Kinder und Jugendliche
  • Shisha-Cafés (mittel / hoch)
  • Badeland
  • Spielparks
  • Arbeitsplätze mit physischem Kontakt (öffentliche und private Arbeitsplätze)

Sehr hohes Risiko:

  • „Efterskole“ = freiwillige 10. Klasse Schulen mit Internat
  • Internatsschüler in den entsprechenden Jahrgängen
  • Fitness-Studios
  • Sporthallen (Sport mit körperlichem Kontakt)
  • Unterhaltung
  • Diskotheken
  • Nachtklubs
  • Besuchsbeschränkungen und -verbote für Pflegeheime und Krankenhäuser usw. sowie Wohn- und Unterbringungsorte …“

April 2020 – Corona

Mir fiel kein besserer Titel ein, als April 2020.
Andere Möglichkeiten wären gewesen:
Corona, was mach das mit mir?
Corona in Dänemark.
Es geht aufwärts?!
Weiter gehts?
Ist was?
Die Königin hat achtzigsten Geburtstag gefeiert.
Wir waren an den Quellen der beiden längsten Flüsse Dänemarks.
Ausflug nach Blåvand.
Urban Gardening auch bei uns.
Gut, es reicht… fange ich mal an, und nehme die Möglichkeiten als Überschrift.

Corona, was macht das mit mir?

Es macht ganz viel in meinem Kopf, Gedanken, Sorgen, Ideen, Angst, …
Wann hört das wieder auf? Was? Die Angst, dass was geschieht. Was?
Das Christine krank wird, das kommt nicht gut mit ihrem Asthma und Bronchitis.
Das meine Eltern krank werden und ich nichts tun kann, nicht mal hin darf.
Naja, dafür laden sie sich ja jemanden zum Haareschneiden ein, und ein guter Freund kommt zum Mittagessen durch halb Niedersachsen angereist. Wie gut der ist, das zeigt die Sorglosigkeit mit der er das tut, er war ja drei Wochen im Homeoffice…
Und wie ernst insbesondere meine Mutter das alles zu nehmen scheint steht auf einem anderen Blatt? Ich wünsche allen das Beste…

Meiner Mutters achtzigsten Geburtstag wollten wir ursprünglich Anfang Mai in Blåvand feiern. Haus war gemietet, Tisch bestellt. Fällt aus. Keine Einreise nach Dänemark möglich. Und auch sonst wohl gerade keine gute Idee.

Wollten wir sie zum Geburtstag besuchen, könnten wir das theoretisch tun. Als Deutsche dürfen wir in Deutschland einreisen. Nur müßten wir dann 14 Tage in Quarantäne und uns dem Gesundheitsamt melden.
Und da wir in Dänemark gemeldet sind und ich hier arbeite dürfen wir auch in Dänemark einreisen. Nur nach der Rückkehr müsste ich 14 Tage in Quarantäne, weil der Staat Dänemark das empfiehlt und LEGO es fordert.

Was Corona mit mir macht? Am 13. März, eine Tag nach dem „Lockdown“ in Dänemark, noch bevor es in Deutschland so richtig losgeht, werde ich am Telefon von Freunden „beschimpft“, weil ich Corona ernst nehme, und gerade keinen Spaß verstehe. Das hat gesessen…

Mir geht das alles, wie wohl den meisten, ziemlich nah.
Unbekannte Bedrohung, nie da gewesen, es geschehen Dinge, die ich nie zu erleben erwartet hätte.
Grundrechte werden eingeschränkt, Menschen verlieren von heute auf morgen den Job, ihre Lebensgrundlage, …
Tausende sterben, hunderttausende sind krank, …
Klar geschieht jeden Tag, jedes Jahr, überall.
Auf dem Mittelmeer, in Syrien, Afrika, Venezuela, Jemen, Ukraine, nur um ein paar Orte aufzuzählen.
Aber jetzt ist das hier…
Und nach dem Fehlen von Klopapier wird das Fehlen des Frisörs oder des Gottesdienstes lang und breit beschrieben und besprochen … hilft ja vielleicht.
Gut das wir nur solche Sorgen haben, und keinen Präsidenten, der die Schuld bei anderen sucht, oder sich mal eben alle Rechte gibt, alles zu tun.

Und dann gibt es Momente die Mut machen. Zu sehen wie sich LEGO um uns und unsere Gesundheit kümmert, Visiere für’s Gesundheitswesen herstellt, …

Zu sehen wie Menschen versuchen, ihr Wissen so weiter zu geben, dass wir es verstehen und vielleicht ein Ziel vor Augen haben können, zwar nicht heute oder morgen, aber ein Ziel.

Wie das zum Beispiel im Jugendkanal funk von ARD und ZDF im maiLab vor einigen Tagen geschah. Ich kann’s nur empfehlen!
Zu sehen hier:
Corona geht erst gerade los (02.04.2020)
Virologen Vergleich (18.04.2020)

Corona in Dänemark

Hört sich platt an… eigentlich ist es glaube ich wie in Deutschland.
Lockdown, ein paar Tage eher, ab dem 12. März, Einreiseverbote, Grenzen dicht.
Etwas wie Kurzarbeitergeld gibt es auch, ganz viel Staatshilfe für Unternehmer und Unternehmen.
Politische Diskussionen und Streit zwischen den Parteien, unklare Startegien, die nachjustiert werden, Politiker, die sich widersprechen in ihren Anweisungen und Verlautbarungen.
Eine Staatsministerin die in meinen Augen sehr überzeugend rüber bringt, was jetzt nötig ist.
Menschen die sich nicht an die Regeln halten.
Zwischen den großen Städten, Kopenhagen, Aarhus, … und dem Land, wo wir sitzen, gibt es Unterschiede in den Auswirkungen der Einschränkungen.

In Details läufts anders.
Wir müssen (Stand 29.04.2020) keine Maske tragen, und es tun auch nur wenige.
Wir dürfen im Land reisen, auch an die Küsten.
Die Königin hat im März eine Erklärung zur Lage abegeben.
Sie hat ihren 80ten Geburtstag gefeiert, zu Hause, „alleine“ im Schloss, ohne Parade und Empfang vorm Bildschirm die Grüße ihrer Bürger empfangend, die für sie gesungen haben.

Bei der Arbeit,
Seit dem 12. März arbeiten wir im Engineering im Homeoffice.
Dazu steht jetzt im Wohnzimmer bei uns zu Hause mein Bürostuhl aus dem Büro, ich sitze an einem unserer Wohnzimmertische.
Der Monitor hing schon vorher an der Wand, dazu sind halt noch Notebook, Maus- und 3D-Maus gekommen und ein bisschen Papier. Und natürlich ein Headset um an all den regelmäßigen Treffen per Microsoft Teams oder Skype teilzunehmen. Die CAD Arbeit klappt natürlich.
Dumm nur das mein großes Notebook letzte Woche in einer Endlosschleife hängen blieb und nicht mehr zum Starten zu bewegen war. Ich nutze also ein kleine Leihnotebook, auf dem ich erstmal drei Tage lang alles installieren musste, … aber nun läufts halbwegs. Und am letzten Freitag durfte ich auch das defekte Notebook unter Beachtung aller Hygienemaßnahmen, nach genau vorgeschriebenen Regularien, desinizieren, beschriften, einpacken, bei der IT am anderen Ende Billunds abliefern.
Ein bis zwei Tage die Woche war ich allein oder mit einem Kollegen drüben im Innovation House im Büro. Wir haben für die restlichen 30+ Kollegen die Arbeit erledigt, die nicht von zu Hause machbar ist. Wie zum Beispiel Tests im Labor durchführen, neue Elemente angucken, weiterleiten, … anstrengend, weil viel zu tun, aber mal ’ne Abwechslung. Und mittags in der Kantine, jeder zweite Stuhl fehlt, eine Runde mit Kollegen klönen ist auch mal nett. Dazu gibts aber auch nur kalte Küche…
Zu Hause ist die Verpflegung durch Christine natürlich gar nicht zu verachten, hmmmmhhh lecker.

Fortsetzung folgt…

Dänisch(es) für alle, Folge 24 – Wohnungssmileys, Hundelufter, Syvårssøerne und Handsprit

Eines der glücklichsten Völker!

Wohnungssmileys werden in Dänemark verbaut, damit die Dänen auch in unsicheren Zeiten, in denen sie zu Hause bleiben müssen, angelächelt werden 😊. Und dadurch ihrem Ruf als eines der glücklichsten Völker gerecht werden Können.

Dänische Wohnungssmileys liefern sogar Strom, aus Windkraft 😊

Hvordan har du det?

Hvordan har du det?
Das ist dänisch und heisst, „Wie geht es Dir?“
Eine Frage die sich hoffentlich von Euch allen mit
tak, jeg har det godt, „Danke, alles ist gut“ beantworten lässt!
Alles weitere würde hier zu dem führen, was wir jeden Tag um uns herum hören, lesen und sehen. Da mag ich hier und jetzt nur noch sagen
„ …Kümmere dich zuerst um das, was du beeinflussen kannst…“ , dann werde ich nicht ganz verrückt in dieser Zeit.

Was tun?

Was tun wenn ausgehen keine Option, alle Freizeitangebote geschlossen sind und man wegen Homeoffice oder hoffentlich nicht Krankheitsbedingt sowieso den ganzen Tag zu Hause ist? Na klar! Klemmbausteine bauen!

Dronning Margrete

Gerade eben hat Königin Margrete gesprochen.

Hände waschen
Halte Abstand

Vermeide physischen Kontakt
Bleib zu Hause

Bliv hjemme

Bliv hjemme. Zu Hause bleiben.
Gut das bei LEGO Home Office so einfach ist, aber von vielen anderen habe ich es auch gehört. Andere, auch mein Bruder, haben jetzt Urlaubssperre und müssen zur Arbeit: Danke!
Als letzte Woche die Ansage kam, von zu Hause zu arbeiten, war es dann auch kein Problem noch meinen Schreibtischstuhl mit zu nehmen und im Wohnzimmer eine Ecke zum Arbeitsplatz zu machen.
Donnerstag und Freitag besetze ich unser Büro, damit ein Ansprechpartner da ist (dafür wurde jetzt extra einer der wenigen nicht gut dänisch Sprechenden ausgewählt?). Und jeden Morgen „treffen“ wir uns online zur kurzen Abteilungsbesprechung.

Nun fragt ihr bestimmt schon, was die Worte in der Überschrift bedeuten?

Hundelufter

Ein hundelufter übt eine aktuell nachgefragte Tätigkeit aus. Für die Menschen die im Moment nicht raus können oder sollen. Deren Hunde aber mal gelüftet, also ausgeführt werden müßen. Eine Hundeausführerin.

Syvårssøerne

Die Siebenjahres Seen, liegen dort wo wir oft mit Boomer eine Runde durch den Wald drehen, in der Fredrikshåb Plantage (Plantage = Wald, auch durcheinander und „wild“).

Dort befindet sich neben Sanddünen auch eine große Bodensenke, die alle sieben Jahre (oder auch mal öfter) durch das gestiegene Grundwasser zum See wird. Die letzten Monate hat es soviel geregnet, dass das Grundwasse so hoch ist, das die Seen wieder da sind. Wunderschön!
Am vergangenen Wochenende waren dort so viele Menschen unterwegs, wie wir das ganze Jahr über dort nicht gesehen haben.
Alt und Jung, mit Kind und Kegel, mal raus an die Luft.

Syvårssøerne, Fredrikshåb
Syvårssøerne, Fredrikshåb

Handsprit

Handsprit, Desinfektionsmittel für die Hände, ist gerade schlecht zu bekommen, alles andere ist aber verfügbar. Sogar toiletpapir.

Post vom LEGOLAND

Am vergangenen Samstag kamen per Post die Jahreskarten für das LEGOLAND, mal abwarten, wann wir die benutzen können?
Erstmal ist hier alles zu, wie überall.

Die Jahreskarten für LEGOLAND sind da