First element cake

First element cake ist ein ganz besonderer Kuchen, den es nur bei Lego gibt. Um genau zu sein nur bei uns in der Abteilung. Kein besonderer Plastikkuchen, sondern beste Ware vom hiesigen Bäcker.

Heute habe ich meinen first element cake ausgegeben. Denn beim Daily (das nur noch Montag und Donnerstag stattfindet) konnte ich vermelden, das mein erstes Element approved ist.

Anders gesagt, für mein erstes Element (eigentlich mein zweites, das erste ist noch nicht frei und dreht seine Runden im Werkzeugbau) ist das Werkzeug fertiggestellt, Elemente bemustert, wie es so schön im Deutschen heißt, und das Werkzeug für die Fertigung freigegeben worden.

Im SAP habe ich mir heute das Werkzeugtagebuch dazu angeschaut. Da wird alles dokumentiert. Änderungen und Werkzeuganpassungen, Dauertest des Werkzeuges in der Qualifikationsfertigung, Vermessen und Funktionstest der Teile im Mess- und Qualifizierungsbereich, …

Die Mess- und Prüfanweisung dazu habe ich erstellt, wie auch die Teile für den Produktsicherheitstest vorgeprüft und eingereicht, so dass der Spielzeug Sicherheitstest abgeschlossen und bestätigt werden kann.

Nachdem es nach der ersten Bemusterung noch Festigkeitsprobleme gab, haben wir etwas an der Gestalt geändert, einen Änderungsantrag (ECO) erstellt, und noch eine Werkzeugänderungsschleife gedreht.

Für die nicht so damit Vertrauten:

Wenn ich von Werkzeug schreibe, dann ist damit kein Hammer oder Zange gemeint, sondern dass Spritzgusswerkzeug.

Meine Aufgabe ist es, aus den Daten und Informationen des Designers, den Standards und Regeln von Lego, den Eingaben des eng mit mir zusammenarbeitenden Werkzeugkonstrukteur, 3D-Daten und Zeichnung zu erstellen. Mit denen dann das Spritzgusswerkzeug hergestellt werden kann.

Inklusive Prüfspezifikation, Werkzeugdetails wie Auswerfer- und Angussposition, Formteilung, Einsätzen, Schiebern, Schrägen, Oberfächenvorgaben, Angaben wo erodierte, polierte, gestrahlte oder gefräste Oberflächen gewünscht sind, 3D-Druckerteile beschaffen, CAE Simulationen beauftragen, auswerten und Ergebnisse einfließen lassen und noch viel mehr…

Dazu noch die Teilepreise berechnen, Spezifikationen und Zeichnung erstellen, Prüf- und Testdokumente vorbereiten, …

Und am allerwichtigsten: Immer darauf achten, dass alles dem Element Standard entspricht, also Maße und Toleranzen den Vorgaben entsprechen. Die Teile ins System passen. Sonst kommt die „Designpolizei“ und stellt das sicher …

Das Ganze dauert bei einem Element 2-4 Wochen um mit den Designern, Elementstandardisieren, Fertigung und anderen alles vorzubereiten bis zum Designfreeze. Dass aber nur ein paar Stunden pro Woche.

Dann 3 Wochen durchkonstruieren bis zur Freigabe für die Werkzeugkonstruktion.

Es hat dann knapp 20 Wochen gedauert, inklusive Korrekturschleife, bis das erste Element approved ist. Nun ist das Werkzeug schon in der Serienfertigung.

Und dann ist es Tradition, dass es fürs erste Element Kuchen für die Kollegen gibt, und ich dafür Daumen hoch und Glückwünsche bekam 😉

Leider kein FTT, first to tool, also ohne Korrektur durchgelaufen. Dann würde neben meinem Element noch ein kleiner Pokal an der Wand hängen.

Bilder oder Fotos kann ich Euch nicht zeigen. Das Element soll Anfang kommenden Jahres in Sets Verwendung finden, die ich dann zeigen kann.

Bis dahin stehen auch noch einige Trainings auf dem Plan, ist viel zu lernen und jede Menge zu erleben. Nicht nur bei Lego im Büro, sondern mit Christine, Boomer und vielen Anderen hier in Billund, in Dänemark und natürlich auch bei Euch in Deutschland.

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