Novembergrau

Im Moment ist’s hier in Dänemark Novembergrau.
Das ist nichts speziell dänisches, aber es fällt uns vielleicht besonders auf, weil wir diese Woche nicht in Billund sind, sondern ein Ferienhaus in Aargab/Hvide Sande gemietet haben.

Ursprünglich war der Plan, zu meinem Geburtstag mal wieder nach Langenhagen zu fahren, Geburtstag dort zu feiern, vielleicht noch ins Eichsfeld zu fahren, um zusammen mit den Eltern Eichsfelder Wurst zu kaufen, eine Familientradition in den letzten Jahren, und dann gesättigt und gestärkt bis Weihnachten nach Billund zu fahren.

Nun, Corona hat uns mehre Striche durch unsere Pläne gemacht. Reisen von Dänemark nach Deutschland und zurück dürften wir wohl noch, mit den dazugehörigen Coronatests und Quarantäne. Damit würde ein mehrwöchiges hin und her, nicht arbeiten dürfen, usw. entstehen, und treffen dürften wir sowieso niemanden, … sinnvoll ist es auch nicht, also haben wir den Plan gestrichen.
Nächste Idee, wir fahren in „unser“ Lieblingsdorf in Dänemark, nach Vorupør, und verbringende eine entspannten Woche. Aber am Abend bevor wir dorthin reisen wollten, wurden neue Regeln durch der dänischen Regierung erlassen, die Region Nordjylland war ab sofort gesperrt. Niemand sollte die Region verlassen, niemand einreisen, ohne besondere Gründe.

Grund, die Nerzbestände dort waren mehr als in Restdänemark mit Covid-19 infiziert, das Virus hat natürlich auch Menschen infiziert, es sind Mutationen entstanden. Das ganze war nicht ganz neu, seit dem Sommer wurden immer wieder Bestände infiziert und die Tiere dann getötet und vernichtet. Aber mit ähnlicher Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit wie in Deutschland die hohe Infektionsrate auf Schlachthöfen bekämpft wurde, und die Probleme bisher (nicht) gelöst wurden, hat die dänische Regierung sich in Bezug auf Nerzfarmen verhalten.

Nerze sind ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, angefangen von den fischverarbeitenden Betrieben, die ihre Abfälle als Nerzfutter vermarkten können, bis zu den Anlagen- und Stallherstellern hängt da eine Menge dran, und natürlich die Familien, die direkt davon leben… Und dazu dann noch Nerzfarmer, die gefälschte Testergebnisse gemeldet haben, um weiterhin Pelze verkaufen zu dürfen…

In Dänemark gab es auf mehr als 1000 Nerzfarmen ca. 17 Millionen Nerze, die nun alle getötet werden sollen. Auch direkt um Hvide Sande herum gibt es diese Farmen… Auf der Fjordseite, sowohl südlich als auch nördlich des Ortes… Nichts neues, nur haben sich bisher wenige darum geschert. Auch in Schweden gibt es einige, die nun genauso vom Virus befallen sind. In Deutschland soll es seit 2019 keine mehr geben…

Nun konnten wir also auch nicht mehr nach Vorupør. Also haben wir ein Sommerhaus hier in Aargab, südlich Hvide Sande gebucht, erklimmen mindestens einmal am Tag die Dünen, um zum Strand zu gelangen und mit Boomer eine Runde zu drehen. Heute noch ein Besuch in Tipperne, einem großen Vogelschutzgebiet am Südende des Ringkøbing Fjord, viele Gänse, andere Wat- und Wiesenvögel, aber auch dort der Himmel grau und nicht soviel in derFerne auszumachen.

Zwei Tage habe ich auch noch von hier aus dem Homeoffice gearbeitet. Hat gut geklappt, und ich habe ordentlich was geschafft. Mit Blick in die Dünen war das mal etwas Anderes. Das wollte ich schon immer mal machen.

Gestern habe ich jede Menge Glückwünsche zum Geburtstag empfangen, stundenlang telefoniert, Mails und Nachrichten gelesen, zwischendurch noch einen Autoreifen flicken lassen und einen schönen Tag gehabt. Dann haben wir noch eine Sauna hier im Haus, und ein paar Bücher wollen noch gelesen werden, bevor es am Wochenende wieder zurück nach Billund geht.

Was das Jahr noch bringt, wie sich Corona entwickelt, wen es noch erwischt, wie lange und welche Einschränkungen gelten? Wir werden sehen. Bisher sind wir gut durch die Zeit gekommen, weit weg von vielem… und so werden wir es auch verschmerzen können und wohl müssen, Weihnachten vielleicht nicht in Langenhagen, mit den Eltern feiern zu können…

Bleibt gesund,

Pas på hinanden (passt aufeinander auf).

Homeoffice im Sommerhaus
Novembergrau

Ein Lesetipp

Wenn wir einmal nicht an die Nord- oder Ostsee fahren, arbeiten, mit Boomer spazieren gehen, versuchen dänisch zu lernen, … dann lesen wir. Natürlich Bücher, Krimis, Romane, Zeitungen und Zeitschriften, aber auch ein paar Blogs.

Einen davon, zwar englischsprachig, möchte ich euch ans Herz legen. Mette, so heißt die Autorin, berichtet in ihrem Blog „Your Danglish Guide“ von Alltäglichem, Unbekanntem , Schönem und noch viel mehr in Dänemark.

Wir haben Mette ein gutes halbes Jahr als unsere persönliche Dänischlehrerin genießen dürfen. In dieser Zeit hat sie uns neben der Sprache viele andere Dinge und Begebenheiten näher gebracht. Und wir haben Dinge gelernt, die uns im Alltag oder bei neuen Entdeckungen immer wieder hilfreich sind. Das ganze gesponsert von Lego, die den Einstieg in die dänische Sprache bezahlen. Mittlerweile setzen wir das Sprachtraining in der Sprachschule hier in Billund fort. Und folgen Mette im Blog oder treffen sie ab und an.

Alltag in dieser Zeit

In dieser Zeit? Es ist doch immer eine Zeit. Aber es ist immer noch Corona Zeit… und wir haben den Sommer über so viel daraus gemacht, wie ging.

Besuch in Langenhagen zu Christa und Dieters diamantener Hochzeit, mit der Familie an Dieters Geburtstag im Harz unterwegs und richtig gut im Hotel zur Krone in Hasselfelde gespeist. Und nach einigen Monaten Corona Abwesenheit den ein oder anderen lieben Menschen wieder gesehen.

Fast jedes Woche urlaubende Familie oder Freunde im Ferienhaus besucht und hier in Billund zu Besuch begrüßt. Mit Nachbarn und allein an die See gefahren, ein Wochenende in Skagen verbracht, an einem Samstag nach Sankt Peter Ording gefahren, und Kante besucht. Kante, ein Studienkollege, der dort zur Reha war … In Aalborg Petra und Heiner im streetfood Markt zum Mittagessen getroffen. In Juelsminde Christian auf seinem Segelboot besucht, …

Nun, der Sommer geht langsam vorüber, letzte Woche sind wir beim Strandspaziergang klatschnass geworden, als wir Katrin, Ralf und Lukas in Hvide Sande besucht hatten.

Gestern im Legoland mit Gunnar war der Himmel grau.

Gunnar und ich im Legoland in Billund

Und heute zum „Social Event“ mit den Kollegen war kurze Hose und Sonne angesagt. Erst beim „Fotbold Golf“ bewegt, verausgabt und fast letzter geworden. Danach Pizza backen gelernt, bei der mobilen Pizzaschule. Hmmmh lecker.

Dänisch(es) für alle, Folge 29 – Reklamer nej tak

Seit einigen Wochen ist unser Briefkasten einmal die Woche proppenvoll. Der Austräger hat unsere etwas versteckten Briefkästen entdeckt. Und stopfte nun, allseits bekannt, Werbung und Wochenblatt mit noch mehr Werbung… für die Grenzshops mit „billigen“ Getränken, die lokalen Supermärkte und noch mehr hinein.

Der selbst geschriebene Hinweis das wir keine Werbung möchten wurde geflissentlich übersehen, also habe ich mich mal wieder auf Informationssuche gemacht.

Auf der Website des Werbedistributors kann man sich registrieren lassen, das man keine Werbung (Reklame) und/oder Wochenblatt (ugeavis) haben möchte. Die Bestätigung kommt dann ein paar Tage später mit dem passenden Aufkleber für den Briefkasten in den Briefkasten.

Mal schauen ob es funktioniert?!

Keine Werbung keine Wochenblätter